Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beiträge zu Spielrunden aus dem dritten Trimester 2020

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Roland
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Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Roland » 24.08.2020, 22:36

Nur wenige Menschen wissen von den unbeschreiblichen Schrecken, die zwischen den Sternen hausen, und für die wir Menschen nicht mehr sind, als Insekten auf einem kleinen Klumpen Erde.

Ihr gehört zu diesen Menschen.

Als Mitglied von Delta Green schützt ihr Amerika und die ganze Welt vor dem Einfluss der großen Alten.

Ihr seid Teil einer ehemaligen Geheimorganisation der US-Regierung, die nach einem Polizeieinsatz in der finsteren Stadt Innsmouth 1928 gegründet wurde. Nach einem Skandal Anfang der 70er Jahre wurde Delta Green offiziell aufgelöst, einige ehemalige Mitglieder führen den Kampf aber aus dem Untergrund weiter. Im Verborgenen bekämpft ihr Hexer, Kulte und unmenschliche Monstren und schützt die Menschheit vor der Erkenntnis, das im Angesicht der Apokalypse nichts mehr Bedeutung hat. Fast miemand überlebt diesen Kampf.

Diese Runde ist eine offene Fortsetzung meiner letzten Delta Green Runde, alte und neue Mitspieler*innen sind gern gesehen. Beginnen werden wir im Mittleren Westen der USA Anfang der 80er Jahre, um uns dann näher an die Apokalypse heranzuspielen.

Als Regelsytem werden wir Gumshoe verwenden, das einige von euch aus Delta Green, meinen alten Trail of Cthulhu-Runden und vor allem Martins und Jans Night‘s Black Agents-Kampagnen kennen.

Gespielt wird über DIscord und mit etwas Glück zusatzlich mit The Black Book, einem Charaktermanagementool für die Gumshoesysteme, das man in Discord einbinden kann.

SL-Priorität:

Martin
Frank W.

Priorität 1:

Jan S.
Stefanie
Jan K.
Gudrun
Marija

Priorität 2:

JuL

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Roland » 03.09.2020, 23:17

Für alle potenziellen Mitspieler*innen, hier

https://theblackbook.io/

findet ihr das (unser) Online Charaktermanagementprogramm Black Box. Legt euch bitte dort ein Konto an und schreibt mir eure Emailadresse als PN, ich lade euch dann in die Gruppe ein.

Falls ihr schon Delta Green Charaktere habt, wäre es super, wenn ihr sie schon in Black Box übertragen könntet.

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Stefanie » 07.09.2020, 22:05

Trickle Down Effect – Delta Green

Cell F - Active Members


Robert Jackson / Fred - Seargent 1. Ranger - Scharfschütze (Jan K)
Dr. Anny MacDonald / Dr. Finn - FBN (Stefanie)
Agent Robert Hauser / Faulkner – NSA Agent, Nazi Deserteur (Frank W)
Philip Jennings / Felix – CIA Phychological Operations Group (Martin)
Steve Colbert / Fornell - DARPA Research (Jan S)

Harmonic Bliss

USA der 80er Jahre. Einladung zu einer Nacht in die Oper – der Code für einen Delta Green-Einsatz. Es ging in ein Hotelzimmer in Leavenworth, Kansas.

Agentin Cassandra, Afroamerikanerin im Hosenanzug, hieß sie willkommen. Neben ihr Agent Chris/Kriss, ein 30jähriger südländischer Typ im Anzug, Experte in Nachrichtentechnik. Es ging um die Gruppierung „Harmonic Bliss“ aus Hannover, Kansas. Sie überreichte ein Flugblatt sowie weitere Informationen. Agent Criss war das verschnörkelte Symbol aufgefallen. Agent Hauser fiel dazu die „Glyphe der Hingabe / Devotion“ ein. Außerdem ging es um einen eventuellen Entführungsfall. Die Gruppe logierte auf der Galworthy Farm. Die Familie Galworthy, James, Stacy und Tochter Meredith, gehörte der Gruppierung wohl an, wurde aber seit Monaten nicht mehr gesehen. Ein gewisser Don Hocking, Mitglied der Gruppierung, hatte einige Informationen gegeben an hiesigen Police Sheriff. Der Kult war recht offen gegenüber Wissbegierigen.

Agentin Cassandra forderte nun eine investigative Recherche. Agent Felix und Agentin Finn meldeten sich als Wissbegierige. Agent Faulkner steuerte verschlüsselte Funkgeräte bei. Die anderen Agenten wollten nahebei in einem Unterschlupf ausharren.

Die Glyphe der Hingabe war historisch in mehreren Kulturen aufgetaucht. - 1979, 1971, 1939 wurde die Glyphe jeweils von Feldforschern gefunden. Ursprünglich war es die Aventurus-Glyphe, im Zusammenhang mit einer unbekannten Insel. Es fanden diesbezüglich Massentieropfer und wohl auch Menschenopfer mit Blut statt – mal in Thailand, mal in Peru. Daher war Agent Faulkner hier sehr beunruhigt. Er wollte gerne mit Hocking und dem Sheriff sprechen.

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Stefanie » 21.09.2020, 22:24

Ein Interview mit dem Trommler

Faulkner und Fornell fuhren zu einer heruntergekommenen Farm außerhalb von Leavenworth. Hocking verdingte sich als Trommelbauer im Ruhestand. Hocking war sofort klar, dass das FBI ihn besuchte wegen der verschwundenen Stacy und James Galworthy.

Die Galworthys hatten die Farm erst vor 2 Jahren erworben. Die Tochter Meredith stotterte, und weil sie auf der Schule gehänselt wurde, wurde sie zum Schluss zu Hause unterrichtet. Stacy hatte von Stimmen gesprochen. Da draußen würde etwas auf sie warten. Und Estelle Knox hatte sie auf eine Visions-Queste geschickt, was ihr Vater Armstrong nicht unterstützt hätte. Für nun 6 Monate. Mit dabei waren Ehemann James und Tochter Meredith. Hocking faselte weiter vom „Einklang mit dem Universum“, was er selbst mit den Trommeln versuchte. Es gab da auch ein Messgerät, den Omega-Laser – der den Grad der Synchronisation messen würde.

Hocking selbst hatte noch Vater Armstrong getroffen, und er erzählte von früher. Man hatte sich früher in öffentlichen Lokalen getroffen. Aber mit der Galworthy-Farm hatten sich die Sekten-Aktivitäten dorthin verlagert. Armstrong Knox selbst hatte im Zweiten Weltkrieg gedient und sich später als Schreibmaschinenverkäufer durchgeschlagen.

Auf der Farm wohnten Debbie Amstutz, Ronald Fitz, Brenda Keening, Elizabeth Mitchell, Brendan Murphy. Sie waren alle erst nach dem Verschwinden von den Galworthys dort eingezogen auf Einladung von Estelle Knox, der Ordensführerin. Andere kamen zu den Treffen dazu – wie beispielsweise Morgen. Hocking lud die FBI-Agenten ein für 16 Uhr, eigentlicher Beginn 18 Uhr.

Besuch beim Sheriff und der Universität

Faulkner und Fornell fuhren gleich weiter zum Sheriff von Leavenworth. Der wusste nur, dass die Galworthys weggefahren waren mit ihrem Kombi, einem Station Wagon. Soviel hatten auch die anderen Farmbewohner berichtet. James Galworthy hatte einen entfernten Cousin in Seattle. Die Farm hatten die Galworthys vor 4 Jahren erworben, vorher hatten sie hier in der Stadt gewohnt. Stacy hatte früher in der Uni von Kansas City gearbeitet, und James war Steuerberater. Nun wollten sie als Selbstversorger auf dem Land leben.

Von den Knox wusste der Sheriff, dass sie schon vor 10-15 Jahren hier eine kleine Farm hatten. Die hätten sie dann verkauft und waren in die Stadt gezogen. Armstrong Knox war vor 8 Jahren gestorben. Die jetzigen Farmbewohner hatten teils Vorstrafen, aber nichts Schlimmes. Eine Janet Ramirez hatte fahrlässige Tötung im Straßenverkehr wegen Trunkenheit. Einer hatte Ladendiebstahl begangen. Brendan Murphy hatte es schon mit Drogen zu tun gehabt und war wegen Störung der Öffentlichen Ordnung belangt worden. Ein weiteres Mitglied, Stanley „Stan“ Capra, hatte ein halbes Jahr gesessen wegen Demonstration gegen Atomenergie.

Der Sheriff sah es nicht als ungewöhnlich an, dass die Galworthys verschwunden waren. Denn oftmals siedelten sie sich woanders wieder an, um dann wieder aufzutauchen – irgendwann.

Bummel durch Leavenworth

Agent Finn ließ die Autonummer durchs Register laufen. Der Wagen der Galworthys war unauffällig vor und nach dem Verschwinden. Sie schlenderte durch Leavenworth auf der Suche nach dem Kult. Tatsächlich hingen im hiesigen Cafe und im Buchladen Flyer vom morgigen Treffen aus. Die Cafe-Bedienung konnte nur Gutes berichten von der Sekte, die hier öfters mal guten Kürbiskuchen holten. Es seien eher Hippies. Armstrong Knox hätte früher hier in der Gegend gewohnt. Aber ein Kleinstadt-Querulant hätte ihn nach Kansas City vergrault. Freundlich, wie die Kellnerin war, vermittelte sie ein Zimmer in einer Pension.

Die Dame im Buchladen war wiederum ein begeisterter Esotherik-Fan. Ihr war aber ihr Lesekreis lieber mit Gebäck. Einmal wäre sie auf der Farm gewesen, aber so viele Problem hätte sie gar nicht. Gerne könnte Finn kommen übermorgen am Donnerstag zum Lesekreis. Dann gäbe es auch den berühmten Apfelkuchen.

Derweil hatte Agent Fred einen Unterschlupf gebaut und gut getarnt. Agent Felix derweil schlenderte durch die Stadt Leavenworth, um ein Gefühl für die Einwohner zu bekommen und deren eher einfache Kleidung.

Faulkner und Fornell rutschten kurz nach Kansas City hinüber und und horchten an der Universität über Stacy Galworthy. Sie hatte Biologie studiert mit Schwerpunkt Pilze. Zum Schluss hatte die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit nachgelassen, war unzuverlässig. Ihr Doktorvater hatte sie vor 6 Jahren zuletzt gesehen. Eine ehemalige Kollegin wusste, dass Stacy schon immer der Esotherik zugetan war.

Zu guter letzt holte Fred sich ein weitreichendes Jagdgewehr. Bei ihm im Unterstand war noch Agent Chris mit dem Funkgerät.

Das Sektentreffen von „Harmonic Bliss“

Die Agenten Faulkner und Fornell lagen mit einem Funkgerät im Auto bereit als mobiles Einsatzkommando.

Das letzte Funkgerät hatte Agent Finn in ihrer Handtasche. Zusammen mit „Ehemann“ Felix fuhr sie um 17:30 Uhr zur Galworthy Farm. Fred fotografierte aus seinem Unterschlupf vier weitere Wagen. Es war eine einfache Farm mit klassischem Rundumgeländer und zwei Stockwerken. Es gab Hühner und neugierige Ziegen. Es gab eine kleine Scheune mit Trecker, aber sonst keine große Landwirtschaft.

Bild

Sie stellten sich Estelle als Sandra und Lewis Draper vor. Estelle hatte einen Glöckchenschal im Hippiestil. Es waren schon fast zwei Handvoll Leute anwesend. Als Medizinerin beobachtete Finn einen älteren Mann mit einer Gehbehinderung, Stan, und einen jüngeren Mann mit einer Hasenscharte, Ronald. Dann war da noch der rothaarige Bo, der recht fit war. Sie verwickelten die Anwesenden in Smalltalk. Man antwortete ihnen zumeist sehr freundlich, manche eher schüchtern. Es war ein Durchschnitt der Gesellschaft. Estelle beobachtete die Neuen aus ihrer Position als spirituelles Oberhaupt. Und dann war da noch Brendan mit seiner Cowboy-Attitüde, der sie im Auge behielt.

Es ging nach nebenan ins Wohnzimmer. Elektronische Geräte wie Pager wurden in einen Korb gelegt. Hier stellten sich alle vor. Auch wollten sie wissen, warum Lewis und Sandra da waren. Es würde später noch ein Einzelgespräch geben. Aber zunächst stünde die Omega-Laser Lesung von Mitglied Kiko an. Ein Holzkasten mit Kristallen und vier Sensoren wurde an der Dame angebracht. Auf einem kleinen Bildschirm tanzten oszillierende Linien. Und die tanzten wohl sehr gut, wie mit Beifall bekräftigt wurde.

Dann war Sandra Draper an der Reihe. Bei ihr schlug die Maschine doch schriller aus. Auch wenn Sandra zu ihrem „Mann“ Lewis schaute. Das gab Sektenführerin Estelle schon zu denken. Mr. Draper ließ es dann auch über sich ergehen. Da gab es andere Dissonanzen zu verzeichnen. Bei beiden war noch kein wirklicher Einklang mit der Harmonie des Universums zu verzeichnen. Aber in einem Jahr, so versicherte man ihnen, würde die Melodie sicherlich hübscher klingen. Aber wie Sandra/Finn sich interessiert mit Estelle unterhielt, stellte sie Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion fest.

Der nächste Schritt war eine Gruppen-Summ-Therapie. Lewis/Felix kreiste mit den anderen reihum, um die körperliche Fitness einzuschätzen. Endlich schaffte er es auch, Brendans Misstrauen zu durchbrechen. Dann verteilte man sich im Raum für die Einzelmeditationen. Diese geschah hier in Stille. Und das zog sich auf bis zu einer Stunde, bis es wieder im Haus rumorte. Die Gäste verabschiedeten sich nun.

Zurückblieben Lewis und Sandra, mit denen Estelle nun Einzelgespräche führte. Die spirituelle Führerin versuchte die Knackpunkte herauszufinden. Und Lewis präsentierte ihr die Klischees von gestressten Großstadteheleuten. Sandra hatte ein ähnliches Interview und lavierte sich an den Fallstricken einer abweichenden Story vorbei. Beide hatten bei Estelle einen guten Eindruck vom New Yorker Ehepaar. Es war Zeit sich zu verabschieden. Das nächste Treffen würde in einer Woche stattfinden.

Agent Fred beobachtete noch, wie ein Mann ihnen misstrauisch nachschaute. Das war natürlich wieder Brendan.

Ein nächtlicher Ausflug

Die Agenten hockten sich zusammen, Fred per Funkgerät zugeschaltet. Wirklich greifbares hatten sie noch nicht. Und eine Woche zu warten war ihnen zu lange. Das müssten sie forcieren.

In dieser Nacht schlichen sie sich vermummt auf das Farmgelände. In der Scheune stand neben dem kleinen Trecker ein Van, aber keinen Station Wagon. Daneben waren unter einer Plane einige Möbel und Gegenstände der Galworthys auf dem Heuboden gelagert. Das Zeug lagerte hier schon gute drei Monate. Dabei lagen auch einige Esotherik-Utensilien, laut Fornell aber alles reiner Tinnef. Finn fand auch persönliche Dinge vor allem von der Tochter Meredith, die sie bei einem Umzug nicht zurückgelassen hätte.

Felix drängte sie, den Keller zu untersuchen. Dieser war von außen erreichbar und entpuppte sich als Vorratskeller. Auch hier fanden sich Möbelstücke, okkulter Tinnef. Fornell fand krude Zeichnungen aus ihrer Selbstfindungsphase sowie Ouija-Bretter mit Notizen. Sie nahmen einiges mit zur späteren Untersuchung.

Aus dem Haus war nichts zu vernehmen. Laut Faulkner mussten dort 7 Leute leben und schlafen. Aber in den Gemeinschaftsräumen konnten sie Wanzen anbringen.

Überwachung

Sie teilten sich jetzt auf. Ihr Unterstand wurde rundum besetzt. Fred und Faulkner prüften den Teich, aber auch dort war kein Station Wagon.

Der Tagesablauf der Farmbewohner war sehr locker. Die Tiere wurden versorgt. Morgens kam auch der Milchwagen. Einige Bewohner fuhren kurz in die Stadt, Besucher kamen auch einmal.

Finn und Fornell schauten sich die Hinterlassenschaften der Galworthys an. Stacy hatte wohl schon länger Visionen und hatte das mit assoziativem Zeichnen der dem Ouija-Brett einzugrenzen versucht. Sie hatte den Verdacht, ein Medium zu sein. Und sie hatte mit der Zeit Fortschritte erzielt. Auf einer Karte der mittelwestlichen USA war eine Linie von der Farm genau nach Westen eingezeichnet. Mit der Zeit fokussierte sich das in ein Zielgebiet von etwa 70 km Durchmesser. Auf dem Ouija-Brett kam der Begriff „ARKADIA“ heraus. Laut Fornell könnte damit das Feenreich bezeichnet sein. Aus den Uni-Forschungen über Pflanzen und Pilze hatte sie sich konzentriert auf den Volvariella Bombizina, den wolligen Scheidling. Das war ein seltener Speisepilz. Stacy hatte hier zuletzt eine besondere Unterart gefunden mit besonderen Sporen. Aber dann hatten ihre Forschungen aufgehört.

https://www.123pilzsuche.de/daten/detai ... idling.htm

[Felix und Finn haben 2 Punkte zwischenmenschlichen Vorteil gegenüber Estelle Knox]

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Stefanie » 05.10.2020, 22:01

Ein kleiner Einbruch

2 Tage lang hörten sie die Farm ab. Estelle war tatsächlich die Anführerin der Sekte. Der mürrische Brendan war ihre rechte Hand. Brendan hatte aber seine eigene Agenda und versuchte einzelne Sektenmitglieder direkt an sich zu binden, beispielsweise die Debby mit Schmeicheleien, oder andere einzuschüchtern. Estelle wiederum war ziemlich euphorisch, dass die Gruppe bald die notwendige Harmonie erreichen würde für eine Veränderung. Aber sie blieb hier sehr geheimnisvoll.

Team F grübelte nun, wie sie die Sekte aus ihrer Wohlfühlzone bringen konnte. Was verbarg Estelle? Sie mussten irgendwie in ihr Büro im Obergeschoss der Farm gelangen. Vielleicht brauchten sie eine Ablenkung. Am frühen Morgen legten Agent Finn und Agent Fornell einen zeitverzögerten Brandsatz in der Scheune. Als das Feuer dann ausbrach, waren die anderen Agenten in Position, das Farmhaus zu infiltrieren. Die Farmbewohner rannten derweil hektisch umher, um das Feuer mit Decken zu löschen.

Über die Hintertür ging es in die Küche. Rasch die Treppe hinauf schaute Agent Felix in den Master Bedroom. Aber der war unbenutzt und alle Möbel abgedeckt. Estelles Schlafzimmer lag am anderen Ende des Hauses und beherbergte eine kleine Bibliothek okkulter Bücher. In einem Medizinschrank hatte sie Medikamente gegen ADHS. Das passte natürlich zu Finns Diagnose zur Schilddrüsenüberfunktion. Aber Agent Freds Riecher ergab aber, dass im Döschen eher Drogen waren. Agent Faulkner stöberte durch die Bücher. Es ging um obskure Prophezeiungen aus den 60ern oder Bücher von indischen Gurus. Nichts von Belang. Ein Tagebuch oder ähnliches fanden sie nicht. Die Knoxes hatten ihre Philosophie wohl eher durch Ausprobieren erlangt.

In der Dachkammer lag unter diversem Gerümpel, Dachplatten und Stahlwolle ein verdächtiges Paket. Es war groß, flach und in Tücher eingewickelt. Neugierig entpackten sie es. Es war eine gut 5 cm dicke Betonplatte – auf der befand sich die besagte Rune. Vielleicht war diese Platte aus dem Estrich eines Hauses herausgebrochen worden. Laut Fornell kam das Teil aus einem Fabrik-Lagerhaus. Warum versteckten die Farmer hier die Platte, druckten aber das Symbol auf frei verfügbaren Flyern. War die Platte etwa gestohlen worden?

Forschungen


Agent Finn besann sich ihrer alten Studentenkontakte an der Yale Universität und klingelte sich über die „große Krakin“ durch zu Dr. Susann Bradly – Codename „Xenon“ – an der University von Kansas – sie hatten zusammen Chemie studiert. Sie schnappte sich die gesicherten Proben der Droge und des Betonblocks und fuhr zur Universität.

Während Xenon sich die Betonproben anschaute, untersuchte Finn das braune Pulver. Es handelte sich um Sporen, Pilzsporen, genauer um grobe Pilzsporen. Schon so groß wie ein Bakterium – ein Mikron. Seltsamerweise fanden sich unter dem Mikroskop kleine Fortsätze, Geisselschwänze. In einem gewissen Medium konnten sie sich wohl fortbewegen. Dazu hatten sie kleine Widerhaken, mit denen sie vielleicht Strukturen bilden mochten. Und das taten sie auch bei Wasser, aber nur wenig. In einer Nährlösung waren sie schon vitaler und bildeten kleine Stränge und Cluster. Das glich tatsächlich Nervenzellen. Wurden sie elektrisch stimuliert, dann wurden Botschaften durchgereicht. In einer zweiten Kultur bildete sich eine ähnliche Struktur. Normalerweise wirkten Pilz-Drogen eher durch die angereicherten Toxine. Und normalerweise bildeten sie Strukturen eher durch Wachstum. Die Sporen passten aber zu keiner bekannten Pilzspezies.

Dr. Bradly erzählte am Abend, dass die Betonplatte wohl aus einer Tankstelle oder Autowerkstatt stammte. Denn sie hatte MTBE gefunden, ein Zusatzstoff, der Benzin beigemischt wurde.

Abends schnackten Anny MacDonald und Susann Bradly über alte Studenten-Annekdoten bei einem gemütlichen Abendessen. Danach rief Finn das Team an. Faulkner machte sich noch in der Nacht auf und klapperte die örtlichen Tankstellen ab – vergeblich. Auch über die Überwachungsmikrophone war nicht viel neues. Estelle war immer noch guter Dinge und Brendan sehr neugierig, warum. Aber er bekam immer nur einen weiteren Tee serviert.

Am nächsten Tag erforschte Xenon, dass die Tankstelle schon länger aufgegeben wurde, denn die Benzinspuren hatten sich schon ziemlich verflüchtigt. Dafür war der MBTE-Anteil doch verdächtig hoch. Vielleicht stammte der Beton eher aus einer Raffinerie – die waren aber eher an der Küste zu finden. Oder in einem Chemiebetrieb. Dazu gab es Trichlorethylen, ein gebräuchlicher Reiniger – z.B. in der Metall-verarbeitenden Industrie. Maschinen- oder Autobau.
Das Team prüfte, aber kein Sektenmitglied hatte einen entsprechenden Hintergrund. Vielleicht noch Stan Capra, aber der hatte nur in einem kleinen Betrieb gearbeitet.

Finn setzte mit den Pilzsporen einen weiteren Versuch an. Diesmal mit ein wenig Blut. Und tatsächlich, der Pilzstrang schwamm direkt auf das Blut zu und schien es weiter zu melden. Es war Zeit für einen Tierversuch. Sie impfte eine weiße Maus, nahm eine zweite Maus als Referenz und wartete einen Tag ab. Aber die Maus war normal rege und zeigte keine Symptome. Kurzerhand schnappte sie sich beide Mäuse und fuhr zurück nach Leavenworth.

In der Zwischenzeit war Hocking auf der Farm zu Besuch gewesen und hatte sich nach den Galworthys erkundet. Aber niemand wusste etwas. Brendan wurde als einziger misstrauisch und versuchte seinerseits, den guten Don auszuhorchen.

Auf Sp (u/o) rensuche im verlassenen Arkadia Junction

Blieb noch der Ort, wo Stacy Galworthy den ominösen wolligen Scheitling gefunden hatte. Gemäß den Aufzeichnungen war das gute 400 Meilen nach Westen in der Nähe von Junction City. Faulkner lud alle in seinen großen Wagen ein und brauste los. Fornell fand unterwegs auf einer alten Landkarte im Handschuhfach einen nah gelegenen Ort namens „Arkadia Junction“. Seltsamerweise war dieser Ort nicht auf den aktuellen Karten verzeichnet.

In einem Truckstop im 40 km entfernten Thompson erzählte man ihnen von einem großen Eisenbahnunfall von vor 10 Jahren. Jemand hatte mit seinem Wagen Selbstmord begehen wollen, hatte aber einen Zug voller Chemikalien getroffen. Die Behörden hatten damals den ganzen Ort geschlossen, weil die Gebäude verseucht waren.

Sie fuhren weiter und hinter einem Hügel fanden sie eine kleine Stadt von gut 50 Häusern. Nahe der Bahnstrecke hatte es gebrannt – unter anderem mit der Tankstelle. Immerhin Teile standen dort noch. Aber es fehlten keine Betonstücke. Aber Finn kam auf die Idee, dass der explodierte Tanklastzug ja vielleicht MBTE geladen hatte. Das konnte gut gespritzt haben. Und das Zeug war konzentriert hochgradig krebserregend, was vermutlich zur Evakuierung geführt hatte.

Sie durchsuchten Arkadia Junction in zwei Gruppen – Fred mit Fornell, Finn mit Faukner und Felix. Sie fanden die eigentliche Unfallstände, wo der Zug entgleist war. In der Dämmerung fand Finn in einer Garage einen Kombi, wie ihn die Galworthys gefahren hatten. Faukner nickte, das Nummernschild stimmte.

Während die Garage sicherliche 10 Jahre verlassen war, fand sich im Wagen kein großes Gepäck, nur ein paar leere Diner-Tüten. Vermutlich hatten die Galworthys sich auf keine große Reise begeben.

Entdeckt!

Fred und Fornell waren im anderen Stadtteil, als ihnen plötzlich Hunde auffielen. Die Hunde beobachteten sie intensiv. Sie gaben es per Funk durch.

Faulkner schaute sich um und sah auf dem Lampenschirm eine kleine weiße Maus. Das konnte nicht ihre sein, murmelte Finn, denn die war doch in einer Transportkiste eingesperrt. Zurück bei Faulkners Wagen fand sich in den Rücksitzen ein Loch, von Krallenspuren gerissen und gebissen. Vielleicht ein Fuchs oder Waschbär. Im Kofferraum war die Transportkiste mit den Mäusen geöffnet. Alle Tiere waren durch den Fensterspalt geflohen. Seltsam, murmelte Felix. Aber sie hasteten erst einmal weiter zu den anderen Agenten.

Bei Fred und Fornell kamen nun noch zwei Schäferhunde dazu, die die Agenten einkreisten. Als Fred seine Waffe zog, sprangen die Hunde auf sie zu. Die Agenten erwehrten sich mit Schüssen, aber die Bestien drangen mit scharfen Zähnen auf sie ein, verbissen sich in Arm und Nacken. Endlich konnte Fornell einen erschießen, der Rest verschwand.

Faulkner wickelte den toten Hund in einen Müllsack und nahm ihn zurück zum Wagen. Finn verarztete die beiden Agenten und nahm sicherheitshalber eine Probe aus den Wunden. Fred hatte den Hunden nachgespürt. Diese hatten sich gesammelt und waren in Richtung der alten Garage gerannt. Dort mussten sie hin, aber diesmal vorbereitet.

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Frank Werschke » 05.10.2020, 23:06

"Auf Sp(u/o)rensuche ..." - Großartig! :D

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Stefanie » 16.10.2020, 12:10

Am Montag, 19.10., bin ich leider verhindert.
Jagt mir schön die Hunde...

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Martin » 18.10.2020, 11:49

Am Montag gibt es einen Warnstreik im VRR, von dem Busse, Strassenbahnen und U-Bahnen betroffen sind.

Es wurd also etwas schwieriger, von der Arbeit weg zu kommen (d.h. "Fußmarsch durch die Pampa") - eventuell werde ich mich also verspäten
:roll:

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von jan_k » 19.10.2020, 17:56

Ich bin auch etwas später- gegen halb 7

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Re: Trickle Down Effect - Delta Green bei Roland - Woche A - 07.09

Beitrag von Frank Werschke » 19.10.2020, 18:07

Das passt mir ganz gut, bin auch grad erst heim gekommen, werde mich dann auch etwas verspäten, vor halb 7 werden wir dann ja vermutlich eh nicht anfangen, schätze ich grad mal ... :shock:

~Frank

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