Teaser Sommertrimester 2020

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Volker
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Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Fr Mär 06, 2020 3:34 pm

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Re: Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Fr Mär 13, 2020 1:31 pm

Pop-Punk; Eintrag in Rebapedia
Entstehungsphase: Mitte 1990er
Herkunftsort: Vereinigte Staaten von Amerika (vor allem Kalifornien)
Stilistische Vorläufer: Punkrock, Pop-Rock, Surf-Rock, Power Pop, Garage-Rock, New Wave
Pionierbands: Green Day, The Offspring, Blink 182
Wichtigste spätere Revival-Band: Betwixt
Genretypische Instrumente: Gesang, E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug
Stilistische Nachfolger: Easycore

Begriff
Die genaue Definition für Pop-Punk ist umstritten. In diesem Artikel wird die Mitte der 90er Jahre populär gewordene Spielweise des Punks mit Elementen der Popmusik behandelt.
Die Bezeichnung wird aber auch abwertend für die gesellschaftstaugliche und kommerziell erfolgreiche Variante der Punkmusik gebraucht, die dieser zwar musikalisch ähnlich ist, von vielen Punks aber wegen ihrer eher „spaßbetonten“, kommerziellen Ausrichtung und gelegentlich politischen Unambitioniertheit im Allgemeinen nicht als authentisch akzeptiert wird.
Außerdem benutzt man den Begriff auch im Zusammenhang mit älteren Punk-Bands wie den Ramones, The Jam und The Undertones. Zudem wird auch die in den USA und Europa kommerzielle Ausrichtung des Melodic Hardcores als Pop-Punk bezeichnet.

Anfänge (1994 – 1998)
Die erste große Welle von Pop-Punk-Bands begann Mitte der 1990er Jahre in Kalifornien. Diese wurde vor allem von der Band Green Day sowie The Offspring angeführt.

Zweiter Boom (1999 – 2004)
Durch Blink-182 begann 1999 eine zweite Welle des Pop-Punks mit unter anderem Sum 41, Good Charlotte, Smash Mouth, und Bowling for Soup als ihren erfolgreichsten Vertretern. Dennoch blieben Blink-182, Green Day, und The Offspring bis zum Revival-Phänomen Betwixt die erfolgreichsten Bands des Genres.
Auch wenn nach wie vor nordamerikanische und insbesondere kalifornische Bands die Szene dominierten, etablierten sich im Genre zunehmend auch Bands aus anderen Teilen der Welt, so etwa Deutschland, Spanien, Neuseeland, und nicht zuletzt Al Amarja.

Weiter anhaltende Popularität (2005 – 2009)
Mitte der 2000er gab es, bedingt unter anderem durch das Comeback von Green Day, eine erneute Welle neuer Pop-Punk-Bands wie Fall Out Boy, All Time Low und Paramore. Diese entfernten sich jedoch immer mehr vom ursprünglichen Punkrock und orientierten sich eher an Alternative Rock und Emo. Aber auch ältere Bands des Genres waren weiterhin erfolgreich.

Allmählicher Abschwung (2010 – 2016)
In den 2010er Jahren sank die (kommerzielle) Popularität des Pop-Punk. Gleichwohl konnte sich ab den frühen 2010er Jahren eine neue Generation von Bands etablieren, die sich jedoch immer weiter vom Pop-Punk der 1990er und frühen 200er entfernten und stattdessen stärker von Post- und Melodic Hardcore und Emo beeinflusst waren. Zu den herausragenden Bands dieser Zeit gehört die bei Publikum und Kritik gleichermaßen beliebte Formation Betwixt aus al Amarja, deren plötzliche und geheimnisvolle Auflösung im Jahr 2016 von vielen als der Anfang vom Ende des Pop-Punk betrachtet wird.
Ironischerweise sorgte gerade der „Song, der Betwixt auseinanderbrachte“ für eine bis heute anhaltende Popularität der Band.

Weiterführender Link: „Der Song, der Betwixt auseinanderbrachte“

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Re: Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Fr Mär 20, 2020 5:45 pm

Der Song, der Betwixt auseinanderbrachte

Betwixt war ein Rockband im Fahrwasser der Pop-Punk Gruppen der 2000er und bestand aus folgenden Mitgliedern:

Haley Row, Leadsängerin
Allegra Yoke, Keyboards
Luis Sveltman, Bass
Nadeem Farro, Schlagzeug
Vince Fullerman, E-Gitarre

Betwixt waren nie eine der „großen“ Bands, wurden aber von der Kritik bis zu ihrer plötzlichen Auflösung gefeiert. Die Trennung der Gruppe kurz nach dem Lifestream eines ihrer Mitglieder, Luis Sveltman, hat eine traurige Berühmtheit erlangt. Der kurze Clip zeigt den Schlagzeuger Nadeem Farro dabei, wie er auf der Hochzeit seines Bandkollegen Vince Fullerman für diesen und seinen frischgebackenen Ehemann Salim Masri einen Song darbietet.
Da die Trennung der Gruppe kurz nach dem Posten des Clips erfolgte, vermuten viele Fans, dass irgendetwas in dem Video die Ursache für die Auflösung von Betwixt sein musste.
Ironischerweise war der – unvollständig aufgenommene - „Wedding Song“ trotz des Endes der Band ein Hit bei den Fans. Dutzende von selbstproduzierten Coverversionen des Liedes überfluteten das Internet, jede davon mit einer eigenen Interpretation der fehlenden Textstellen.

Nach dem Ende von Betwixt haben sich die meisten Bandmitglieder ins Privatleben zurückgezogen, lediglich die Leadsängerin Haley Row ist noch – wenig erfolgreich – musikalisch tätig; der ehemalige Bassist Luis Sveltman ist – wesentlich erfolgreicher – als Influencer tätig.

Der „Wedding Song“ hingegen macht mittlerweile das Erbe von Betwixt aus. Die Verbindung aus Drama und Geheimnis ist für Legionen von Fans einfach unwiderstehlich, die auch heute noch tagtäglich online über das Video und seine Rolle bei der Auflösung ihrer Lieblingsband spekulieren.

Die populärsten Fantheorien sind:
  • Nadeem Farro hat den „Wedding Song“ von Allegra Yoke gestohlen, woraufhin diese die Band verließ.
  • Vince Fullerman war darüber empört, dass das Video sein Privatleben in aller Öffentlichkeit ausbreitete.
  • Allegra war in Vince verliebt und konnte sein Glück mit einem anderen Menschen nicht ertragen. Das Lied war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
  • Allegra geht am Ende des Videos gar nicht weg – sie wurde in Wirklichkeit von Außerirdischen entführt und das Video im Netz ist ein Deepfake. Die anderen Bandmitglieder dürfen aufgrund der Vertuschungsaktionen der Regierung von Al Amarja nicht mit der Wahrheit herausrücken und haben daher die Gerüchte gestreut, das Lied sei Schuld an der Trennung.

Weiterführender Link: „The Wedding Song“ - Video
Zuletzt geändert von Volker am Di Mär 24, 2020 3:56 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Mo Mär 23, 2020 4:45 pm

„The Wedding Song“ - Video

Das Video beginnt, als Vinces frischgebackener Ehemann Salim gerade Nadeem auf die Bühne bittet. Der Clip ist von Luis Platz an einem der Hochzeitstische ganz in der Nähe der Bühne aus aufgenommen. Man kann Haley rechts neben ihm sitzen sehen, und wenn die Kamera gelegentlich etwas weiter nach rechts schwenkt, auch noch Allegra, die neben ihr sitzt.

Nadeem wandert mit Hocker und Gitarre auf die Bühne und nimmt am Mikrofon Platz. Luis ruft: „Sieht gar nicht wie ein Schlagzeug aus!“ Es folgt Gelächter aus dem Publikum. Es schein eine große Anzahl Gäste anwesend zu sein.

Nadeem spricht ins Mikrofon: „Das ist ein Song, an dem wir gerade arbeiten. Ich dachte mir, er wäre diesem, ähm, besonderen Anlass angemessen." Dann beginnt er zu spielen und zu singen. Das Lied ist sehr melodisch und fast melancholisch.

They say love is powerful, uncertain
They say love is paradise in a person


Luis fragt Haley: „Hast Du daran gearbeitet?“

„Nein.“

Luis dreht die Kamera zum Publikum. Es ist verzaubert. Nadeem singt weiter, doch der Text ist durch die Geräusche bei der Bewegung der Kamera unverständlich, bis sie wieder auf die Bühne gerichtet ist.

Heaven will just have to wait
Paradise will just have to wait


Man kann Haley, jetzt hinter der Kamera, hören: „Wie meinst Du das?“

It's here where I'll stand strong
And it's here where I belong


Dann hört man ein lautes schabendes Geräusch neben Luis. Die Kamera schwenkt zu Allegras Stuhl, der jetzt leer ist. „Oh, Scheiße!“, flüstert Luis.

Nadeem, der von Allegras Verschwinden nichts bemerkt hat, beendet den Song.

They say love is love even when unspoken
And how could they be wrong?


Damit endet das Video.

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Re: Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Do Mär 26, 2020 11:12 am

Was ist „Over the Edge 3rd Edition“?

OtE wurde erstmals 1992 veröffentlicht und war mit seiner innovativen Mechanik und vor allen Dingen seinem „Sandbox“-Setting Al Amarja ein Spiel, das man heute als Indie- oder Erzählspiel bezeichnen würde. Im letzten Jahr machte ein Kickstarter die dritte Auflage von OtE möglich, und das Spiel hat inzwischen viele Anregungen aus den Indie- und Erzählspielen aufgegriffen, die es einst beeinflusste und auch die Insel Al Amarja ist nicht mehr ganz genau so, wie man sich vielleicht an sie erinnert. Was erwartet die Spieler nun bei Over the Edge?

Eine unheimliche Gegenwart
Die fiktive Welt von Over the Edge sieht unserer Welt sehr ähnlich. Tatsächlich ist sie wie die normale Welt, in der wir zu leben glauben, allerdings mit Außerirdischen, PSI-Kräften, bösen Geistern, weltweiten Verschwörungen, Flüchen, fremden Dimensionen, der Akasha-Chronik, Astralkörpern, Chakren, Wiedergeburt, gedankenmanipulierenden Satelliten, und vielleicht auch einer Sklavenkolonie auf dem Mars. Die Handlung spielt ein paar Jahre in der Zukunft, und die Dinge haben sich mit den Jahren nicht gerade verbessert.

Die Insel Al Amarja
Alle Abenteuer in Over the Edge spielen auf der Atlantikinsel Al Amarja. Ihre Hauptstadt The Edge bietet den Menschen Dinge, die sie in dieser Art sonst nirgendwo auf der Welt finden können, sei es Mode, Drogen, Unterhaltung, Kunst, Wissenschaft, Sport, medizinische Versorgung, Körperkult oder private Dienstleistungen. Allerdings bekommt man auf Al Amarja oft auch mehr als man eigentlich wollte...

Handlungsbögen
Normalerweise besteht das Spiel aus unabhängigen Handlungsbögen von unterschiedlicher Länge. Manchmal verwendet man in verschiedenen Handlungsbögen die gleichen Charaktere, wie zum Beispiel in Fortsetzungen von Kinofilmen. Manchmal erschaffen die Spieler für einen neuen Handlungsbogen auch neue Charaktere.
Für das Sommertrimester ist ein einzelner Handlungsbogen geplant: Battle of the Bands.

Freie Charaktererschaffung
Die Spieler*Innen erschaffen Charaktere, die zum geplanten Handlungsbogen passen. Dafür lassen sie sich die Eigenschaften ihrer Charaktere einfallen. Es gibt in Over the Edge keine feststehende Liste von Eigenschaften, aus der die Spieler*Innen auswählen müssen, sondern lediglich Beispiele um die Fantasie anzuregen. Die Charaktere stellen Menschen dar und Eigenschaften, die das Spiel „brechen“ können, wie z.B. allumfassende Gedankenkontrolle, sind nicht zugelassen. Davon abgesehen haben die Spieler*Innen die größtmögliche Freiheit bei der Charaktererschaffung. Die Spielleitung legt passend zum Handlungsbogen eine Stufe für die Spielercharaktere fest, welche die relativen Kompetenzen der Figuren beschreibt.
In Battle of the Bands übernehmen die Spieler*Innen die Rollen von Mitgliedern des Bring-Betwixt-Back-Fanclubs und sind im allgemeinen wohl kompetent, aber wahrscheinlich nur Experten im Bezug auf ihre Lieblingsband.

Jeder Würfelwurf zählt
Jede Spieler*In wählt zwei sechsseitige Würfel, am Besten die Sorte mit „Augen“. Diese Würfel sind euer „Schicksal“, und ihr „nehmt es in die Hand“ nur dann, wenn es wirklich zählt. Immer wenn ihr würfelt können gute und schlechte Dinge geschehen. Erheblich gute und schwerwiegend schlechte Dinge...

Spielt um herauszufinden, was passiert
Erzeugt mit euren Charakteren „Action“ am Spieltisch! In Filmen lieben wir es, Charakteren zuzuschauen, die manchmal scheitern, die verwundbar sind, und deren Handlungen nicht immer vorhersagbar sind. Genauso geht es den Mitspieler*innen, die euren Charakteren zuschauen.

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Re: Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Mi Apr 01, 2020 1:53 pm

Was macht Charaktere bei Over the Edge aus?

Zuerst sollte man natürlich ein Konzept haben, das idealerweise zum Handlungsbogen passt. Es hilft dabei, sich ein Bild des Charakters zu machen. Wirklich, malt oder zeichnet euren Charakter, auch oder gerade wenn ihr glaubt, das nicht gut zu können. Es lohnt sich.

Folgende Dinge werden dann auf dem Charakterbogen notiert:

Der Name. Diesen kann man sich ruhig erst am Ende der Charaktererschaffung überlegen. Vielleicht hat die Spielrunde ja Vorschläge?

Das Fragezeichen ist ein Adjektiv oder eine kurze Phrase, die einen Aspekt des Auftretens oder der Selbstwahrnehmung des Charakters beschreibt, welcher im Laufe des Spiels höchstwahrscheinlich in Frage gestellt werden wird. Setzt ein Fragezeichen hinter das Wort bzw. die Formulierung, z.B. „ehrliche-?“, und sprecht es auch in fragendem Ton aus, wenn ihr euren Charakter beschreibt.

Die Haupteigenschaft beschreibt, wer dein Charakter ist und was er tut, und legt somit die Bildung, Fähigkeiten, Talente, Erfahrungen usw. der Figur fest. Diese Eigenschaft wird als erstes betrachtet um herauszufinden, ob dein Charakter interessante Dinge tun kann.

Die Nebeneigenschaft verhilft deinem Charakter zu weiteren, in der Regel enger gefassten, Fähigkeiten.

Die Fähigkeitsgrade fassen numerisch zusammen, in welchen Tätigkeitsbereichen dein Charakter glänzt, und in welchen nicht.

Ein Problem, das den Charakter dazu bringen kann, in bestimmten Situationen nicht die sicherste Handlungsoption zu wählen. Eine Entschuldigung dafür, interessante statt kluger Dinge zu tun.

Weitere Notizen können alles umfassen, was Du noch interessant an deinem Charakter findest. Nationalität, Alter, Persönlichkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung, oder jedes andere soziale Konstrukt, das in unsere Kultur als wichtig erachtet wird. Wenn andere Spieler fragen zu deinem Charakter stellen, kannst Du deine Antworten hier notieren.
Zuletzt geändert von Volker am Di Apr 07, 2020 1:00 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Teaser Sommertrimester 2020

Beitrag von Volker » Mi Apr 01, 2020 9:48 pm

Das Charakterkonzept

Eure Charakterkonzepte sollten entlang der folgenden Regeln entstehen. Wie alle Regeln sind sie nur zu eurem Besten. :wink:

Sie sind menschlich
Es spricht nichts dagegen, dass eure Charaktere total fertig sind, aber sie sollten grundsätzlich menschliche Züge tragen. Sie können Mutanten sein, Medien, trans- bzw. posthumanistische Experimente, Wunderkinder, Freaks, Ausnahmeerscheinungen, Opfer und Aussteiger. Oft sind sie das. Doch wenn eure Charaktere grundsätzlich menschlich angelegt sind, hilft es den Mitspieler*Innen, sie zu verstehen und, was noch wichtiger ist, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Dramatisch gesprochen: Es ist unsere Menschlichkeit, die uns verbindet und uns stark macht.

Sie folgen der „Hollywood-Realität“
Wüßte Hollywood nicht, was die Menschen wollen, wäre es längst eine Fußnote der Geschichte. Wir alle kennen die kontrafaktische Art, in der Drehbuchautoren die verschiedensten Themen behandeln, damit sie im Sinne ihrer Erzählungen besser funktionieren: Geschichte, Biographien, Psychologie, Bewusstsein, Evolution, Mutationen, DNS, Epigenetik, die Sätze der Energieerhaltung, wissenschaftliche Forschung etc. Hollywood belügt uns darüber, wie die Welt funktioniert. Aber aus den richtigen Gründen. Deshalb solltet ihr es auch tun.

Sie sind mit breiten Pinselstrichen gemalt
Al Amarja ist ein extremes Setting, in dem sich grelle Figuren an unheimlichen Orten tummeln. Fein gezeichnete Charaktere laufen Gefahr, in dieser fremdartigen Umgebung zu wenig herauszustechen. Eure Figuren sollten nicht durch die NSC, die die Insel bevölkern, in den Schatten gestellt werden. Übertreibungen sind erwünscht, genau so wie ein Hauch von Satire oder Farce.

Sie können was einstecken
Charaktere in Over the Edge werden mit großer Wahrscheinlichkeit herumgeschubst, geschlagen, gefesselt, niedergeknüppelt, abgestochen, angesengt, verhört, eingesperrt, mit elektronischen Fußfesseln versehen, beschattet, ausspioniert, belogen, zu Unrecht beschuldigt, verraten, unter Drogen gesetzt, verflucht, vergiftet, gedankenmanipuliert, gewürgt und bedroht werden. Eure Charaktere mögen auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussehen, aber sie sollten das Durchhaltevermögen von Protagonisten gewalttätiger Geschichten besitzen.

Sie passen rein, oder doch nicht?
Charaktere machen Spass, wenn sie auch mal eine Party besuchen gehen können. Sie machen weniger Spass, wenn sie nur begrenzte Möglichkeiten haben, um mit NSC zu interagieren. Wenn ihr Außenseiter spielen möchtet, die Schwierigkeiten mit Intimität oder auch nur mit Händeschütteln haben, ist das OK; aber sie sind am besten in kurzen Handlungsbögen aufgehoben. Letztendlich haben die Personen, die gerne auf Parties gesehen werden, meist auch nur gelernt, ihre dunklen Seiten gut genug zu verbergen.

Sie sind keine Stereotype
„Ein Exorzist“ funktioniert in Over the Edge nicht hundertprozentig als Konzept. „Ein Exorzist, der den Kampf gegen Dämonen ein bisschen zu sehr liebt“ funktioniert besser. Nicht einfach nur „Stuntman“, sondern „Sonderbarer Stuntman, der sich durch die Arbeit an einem David Lynch Film einen Fluch zugezogen hat“. Nicht nur „Vampir“, sondern „Vampir auf Entzug“, „Ehemaliger Vampir“ oder „Gescheiterter Vampir“. Wenn euer Charakterkonzept der Popkultur entlehnt ist, solltet ihr ihm einen gewissen Kniff verleihen.

Sie sind neu auf der Insel
Es mag Ausnahmen geben, aber die „Grundeinstellung“ von Over the Edge ist, dass die Charaktere nicht von der Insel stammen und mit Beginn des Handlungsbogens auf Al Amarja eintreffen oder sich gerade dort eingefunden haben.

Sie interagieren mit der Spielwelt
Charaktere, die Interaktionen generell vermeiden, sind verboten. Oder zumindest schlechter Stil, denn meistens unterhalten sie eure Mitspieler*innen nicht. Und wir sind schließlich hier, um gemeinsam Spass zu haben. Eure Charaktere sind kompetent genug, um in der Spielwelt etwas zu erreichen, auch wenn das Würfelglück manchmal das letzte Wort hat.

Sie haben schon Sachen erlebt, ich kann dir sagen...
Eure Charaktere nehmen auch übernatürliche Dinge, wie sie sind. Sie leben in einer alternativen Realität, in der solche Dinge wahr sind, und sie haben zumindest schon einmal Wind davon bekommen. Und wenn ein Charakter selbst übernatürliche Fähigkeiten besitzt, dann weiß er, dass es da draußen noch ganz andere Dinge gibt...

Sie machen den Plot nicht kaputt
Charaktere, die Wünsche erfüllen, Gedanken lesen, Menschen fernsteuern, die Zukunft vorhersagen, die Zeit anhalten, oder sonst irgendwie die Handlung (zer)stören können, sind schon in Literatur und Film problematisch. Am Spieltisch sind sie noch schlimmer.

Sie besitzen eine Motivation
Wenn eure Charaktere nach Al Amarja reisen, muss es schon so wichtig sein, dass sie dafür den Kampf gegen die globale Erwärmung oder das weltweite Erstarken des Rechtsextremismus unterbrechen. Es ist offensichtlich, dass wir Spieler gerade ein Erholungspause davon einlegen, aber eure Charaktere sollten schon etwas Großes vorhaben.

Jede Gruppe braucht einen Kleriker
Das ist natürlich gelogen. Niemand muss sicherstellen, dass es einen Heiler, einen Hacker oder sonst eine bestimmte „Charakterklasse“ in der Gruppe gibt. Dennoch sollte man darauf achten, welche Konzepte die Mitspieler*innen im Auge haben. Denn schließlich wollt ihr ja doppelte oder nicht zueinander passende Konzepte vermeiden. Wenn eine Spielerin eine „Priesterin der Götter des Vergessenen Atlantis“ spielt, möchtest du vielleicht nicht unbedingt einen „Priester der Götter des Versunkenen Lemuria“ verkörpern. Noch schlechter passt dann wahrscheinlich ein Charakter, der die Anhänger längst vergessener Götter jagt. Andererseits, wenn alle Spieler*Innen Antagonisten verkörpern möchten, sind One-Shots am besten für PvP-Handlungsbögen geeignet.
Lange Rede, kurzer Sinn: Arbeitet bei der Charaktererschaffung zusammen!


PS: Die hier aufgeführten Punkte sind allgemein gehalten und einige von ihnen (wie z.B. die Motivation der Charaktere) werden durch den geplanten Handlungsbogen „Battle of the Bands“ bereits festgelegt sein.

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